Zika-Virus (ZIKV)

Das Zika-Virus (ZIKV) gehört zusammen mit dem Dengue-, West-Nil-, Gelbfieber-, FSME- und dem Japanischen Enzephalitis-Virus zur Familie Flaviviridae.

Das ZIKV wird durch die Mücken der Gattung Aedes (Aedes aegypti, auch Ägyptische Tigermücke genannt und Aedes albopictus, bekannt als Asiatische Tigermücke) übertragen. Für die Übertragung braucht es neben dem Vektor auch einen Wirt mit einer Zika-Virus-Virämie. Neben einer Vektor-Übertragung kann ZIKV zwischen Menschen über sexuellen Kontakt monatelang nach einer Infektion übertragen werden. Eine Infektion der Frau ist vor und während der Schwangerschaft aufgrund der möglichen vertikalen Virusübertragung für den Fötus gefährlich.

Verbreitung und Häufigkeit

Das Virus hat sich seit der Entdeckung im Jahr 1947 von Afrika über Südostasien bis zum amerikanischen Kontinent ausgebreitet und im Jahr 2015 eine Epidemie in Brasilien, Süd- und Zentralamerika und der Karibik verursacht. Seitdem sind 60 Länder und Gebiete in Süd- und Mittelamerika, der Karibik, im Pazifik, in Asien (Malaysia, Philippinen, Singapur, Thailand, etc.), Afrika (Kapverden, Guinea-Bissau) und den USA betroffen.

In Europa bzw. in der Schweiz wurde bislang kein einziger lokal von Vektoren übertragener Fall beobachtet. Dagegen wurden seit November 2015 über 1700 Fälle aus den epidemischen und endemischen Gebieten nach Europa importiert.

Krankheitsbild

Die Infektion mit dem Zika-Virus verläuft nur in ca. 20% der infizierten Personen symptomatisch. Das Zika-Fieber beginnt 3–12 Tage nach dem Stich einer infizierten Stechmücke. Die Symptome sind mild und kurzdauernd: leichtes Fieber, Hautausschlag, Konjunktivitis, Gelenkschmerzen sowie Muskel- und Kopfschmerzen und Erbrechen. Die Krankheit heilt normalerweise nach 5–7 Tagen spontan aus. Immunologische und neurologische Komplikationen sind in seltenen Fällen möglich. Eine besondere Gefahr besteht während der Schwangerschaft, da eine Infektion mit dem Zika-Virus zu einer Mikrozephalie und anderen Schäden (Augen-, Hör- und neurologische Beeinträchtigungen) des Säuglings führen kann.

Eine molekulargenetische Methode (RT-PCR) kombiniert mit einem Antikörpernachweis (Serologie) führt zu einer zuverlässigen und frühzeitigen Diagnose.

Probenmaterial

Bis zu einer Woche nach Symptombeginn

  • RT-PCR: Serum oder Urin

Eine Woche bis ein Monat nach Symptombeginn

  • RT-PCR: Urin
  • Serologie (IgM- und IgG-Antikörper): Serum

Länger als einen Monat nach Symptombeginn

  • Serologie (IgM- und IgG-Antikörper): Serum